Als Jäger und Forstwirt bin ich ja schon von Berufs wegen andauernd im Wald. Wenn ich an ein Picknick im Wald denke, habe ich aber nicht nur gute Erinnerungen und Gefühle.
Natürlich mag ich es, in meiner Mittagspause auf dem Hochsitz meine Thermoskanne Tee, meine Stullen und den mitgebrachten Salat auszupacken und genüsslich an der frischen Luft zu verspeisen. Ich muss auch keine Angst haben, dass mir das Mitgebrachte bis zum Mittag irgendwie schlecht wird, denn auch bei strahlendem Sonnenschein ist es in meinem liebsten Hochsitz, obwohl er natürlich keine Schatten spendenden Markisen hat, recht kühl. Ganz einfach an der Westseite des Forsts und so wird er erst am Nachmittag von der Sonne beschienen.
Ich kann es auch niemandem verwehren oder verübeln, sich auf einer Lichtung mit ein paar Freunden oder der Freundin niederzulassen und allerlei mitgebrachte Speisen zu sich zu nehmen. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn so ein Naturliebhaber für einen Tag sein Sonnensegel aufspannt, damit er die Stille der Waldlichtung auf einem schattigen Plätzchen genießen kann. Das alles finde ich eher schön.
Nur wenn die Picknicker nicht auf den Schutz des Waldes und der Umwelt achten, könnte ich mich glatt vergessen. Gerade erst letzte Woche bin ich über eine unschöne Ansammlung Plastikverpackungen und Glasflaschen gestolpert, die beim Feiern unter freiem Himmel wohl vergessen wurden. Letzten Sommer sah ich unweit von meinem Hochstand Rauch aufsteigen. Alarmiert lief ich hin, weil ich dachte, der Wald brennt. Ich wollte sehen wie schlimm es ist, aber als ich zu der Stelle kam, saßen da ein paar junge Kerle und haben Würstchen über einem Feuer gegrillt. Ja, ein Feuer im Wald. Ich habe natürlich das Ordnungsamt dazu gebeten, damit die Sache aktenkundig wird.
Wie dem auch sei, was ich eigentlich sagen wollte ist: Ich mag meinen Wald und ich mag es, wenn sich das Leben in der Natur abspielt. Aber bitte, wenn jemand vorhat ein Picknick im Wald zu machen, dann soll er hinterher auch alles wieder mitnehmen und bloß kein Feuer machen!