Herzlich willkommen im Revier von Anton Brepohl!
Schon seit vielen Jahren lebe ich fast allein mitten in der Natur. Ein Leben, wie man es sich besser nicht vorstellen kann. Das klingt für viele vielleicht verrückt, aber hier habe ich alles, was ich zum Leben brauche. Auf dieser Seite möchte ich von meinem Leben im Wald berichten, wie ich dazu kam, wie ich mich eingerichtet habe, wie ich lebe und was ich so erlebe.
Vor 5 Jahren hatte ich einfach genug von Stress, Lärm, Hektik – und vor allem – von meinen Nachbarn. Ständig regten sie sich darüber auf, dass ich meine Hecke nicht schneide, keine ordentlichen Gartenmöbel habe, den Rasen nicht mähe oder dass mein Hund immer bellt, wenn jemand Fremdes am Grundstück vorbeiläuft. Vor allem der tägliche „Gestank“ von meinem Grill regte sie auf! Ich solle doch gleich in den Wald ziehen, wenn ich die Wildnis und Ruhe so liebe! Wenn sie gewusst hätten, dass ich diesen Schritt schon seit Monaten plante, hätten sie vielleicht doch mal die Einladung auf ein Steak und ein Bier in meinem wilden Garten angenommen.
Als Förster hatte ich bisher immer nur kleinere Waldstücke zu betreuen, damals bekam ich die Verantwortung für 500 Hektar Wald. Für den Laien: das ist ungefähr die Fläche von 500 Fußballfeldern. Und so entsprach es nicht nur meinem sehnlichsten Wunsch, sondern war auch noch ganz praktisch, mitten in diesem Wald zu leben. Dieser Wald gehört zu einem großen Naturschutzpark und ist deshalb nur teilweise für Menschen zugänglich. Hier haben nur die Tiere, also Fuchs und Elster, Hase und Igel, Rehe und Wildschweine, Ameisen, Käfer und Vögel etwas verloren. Auch die Waldflora soll so natürlich wachsen können wie nur möglich.
Und so ist es seit 5 Jahren meine Aufgabe, täglich nach dem Rechten zu sehen, für den Schutz der Tiere im Sommer und ihre Nahrung im Winter zu sorgen, den Baumbestand zu kontrollieren und Schäden oder Gefahren zu melden. Dafür steht mir zwar auch ein Auto zur Verfügung, doch meist erledige ich meine Wege zu Fuß. Und jeden Tag glüht bei mir der Grill – natürlich ein Elektrogrill - denn schließlich ist ein Waldbrand die größte Gefahr für einen Wald.
Ob mir das nicht langweilig wird? Nein, denn jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken.